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Behandlung/Therapie Die Wahl der Therapie richtet sich außer nach dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten auch nach der Prognose der Erkrankung, d.h. dem voraussichtlichen Krankheitsverlauf. Zur Prognosebeurteilung von MDS-Patienten hat eine internationale Arbeitsgruppe ein Scoring-System (International Risk Score) vorgeschlagen. Dabei werden für verschiedene Einzelfaktoren Punkte verteilt und diese Punktzahlen miteinander addiert. Die Anzahl der unreifen Vorstufen der weißen Blutzellreihe (Blasten) geht ebenso in den Score ein wie die Blutwerte und die genetischen Veränderungen innerhalb der krankhaften Zellen des Knochenmarks, die in einer so genannten Chromosomenanalyse bestimmt werden. Mit diesem Score sind Vorhersagen des natürlichen Krankheitsverlaufes (Überlebenszeit und Wahrscheinlichkeit des Leukämie-Risikos) möglich. Mit Ausnahme der Knochenmarkverpflanzung vom Familien- oder Fremdspender ist bis heute für keine Behandlung gesichert worden, dass sich regelhaft langfristige Heilungen erzielen lassen. Bei der Mehrzahl der Patienten beschränkt sich die Therapie daher auf Maßnahmen, die vor allem auf einen Ausgleich der Knochenmarkschwäche abzielen (Blutzellergänzung, evtl. unter Zuhilfenahme von Wachstumsfaktoren der Blutbildung, Infektbekämpfung). Bei jüngeren Patienten mit RAEB, RAEB/T und/oder ungünstigen Risikomerkmalen ist bei Ausschluss von Gegenanzeigen eine aggressive Polychemotherapie mit bei akuter Leukämie gebräuchlichen Behandlungsprotokollen indiziert. Bei der Therapieentscheidung müssen neben Krankheitsmerkmalen (FAB-Subtyp, Risiko-Score) die individuellen Patientenbesonderheiten (Lebensalter, Allgemeinzustand, Vorliegen nicht-hämatologischer Begleitkrankheiten, Abschätzung möglicher Therapienebenwirkungen) berücksichtigt werden. Jüngere Patienten (< 50 Jahre) sollten zur Therapieoptimierung grundsätzlich in einem hämatologischen Zentrum vorgestellt werden. |
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